Nürnberger Starter beim Quelle Challenge

Triathleten wollen 9- Stunden-Marken knacken


Triathlet Michael Krell vom TriTeam des VfL Nürnberg möchte beim diesjährigen Quelle Challenge in Roth die 9-Stunde-Marke knacken. Foto: PR


Mittendrin in diesem Wahnsinn darf man am Sonntag um 6.20 Uhr auch Thorsten Eckert vom VfL Triteam suchen. Stefan Gunkler dagegen darf 45 Minuten länger schlafen und um 7.05 Uhr in vorgepflügtes Wasser steigen. Foto: Mark Johnston

ROTH - «Sub 9« ist nicht etwa ein amerikanisches Atom-U-Boot, sondern ein elitärer Kreis von Triathleten, die für den Quelle Challenge in Roth weniger als neun Stunden brauchen wollen. Auch zwei Nürnberger vom VfL Triteam wollen sich dadurch einen Großteil der Startgebühr ersparen. Ein Dritter hat ganz andere Ziele.

Eine Punktlandung war das, was Thorsten Eckert im vergangenen Jahr vollbrachte. In 8:59:42 Stunden sprintete er über die Ziellinie, 18 Sekunden unter der magischen Neun-Stunden-Marke. «Ich war der glücklichste Mensch überhaupt«, erinnert sich der 31-Jährige. Bei seinem zweiten Challenge-Start will er das noch einmal toppen. «Diesmal will ich den Zieleinlauf auch genießen können«, wünscht er sich. Dafür quält sich der Informatiker rund 20 Stunden in der Woche.

Kraul-Anfängerkurs vor fünf Jahren

Trotz zwölf Grad und Dauerregen hat Roth bei Eckert einen bleibenden Endruck hinterlassen: «Wie einen die Zuschauer den Solarer Berg hochschreien, das ist weltweit einzigartig«, meint er. Bemerkenswert ist auch Eckerts steiler Leistungsanstieg: Vor fünf Jahren begann er mit einem Kraul-Anfängerkurs seine Triathlon-Karriere, am Sonntag will er die 3,8 Kilometer im Kanal in 57 Minuten hinter sich bringen.

An seinen ersten Start auf die Langdistanz im Jahr 2006 erinnert sich Michael Krell nicht gerne zurück: «Damals habe ich wirklich alle Fehler gemacht, die man machen kann.« Zu früh Vollgas zu geben vor allem. Diesmal will er nur beim Schwimmen ans Maximum gehen.

Schließlich hat er aus seinen Fehlern gelernt. In Zürich kam er im vergangenen Jahr nach 9:23 Stunden ins Ziel, trotz starken Regens und schwieriger Radstrecke. In Roth will er die Neun-Stunden-Marke knacken. «Ich habe mehr und härter trainiert. Ich bin gut gerüstet«, glaubt der 28-Jährige, der seinem zweiten Heimspiel ungeduldig entgegenfiebert.

Routinier mit Gelassenheit

Deutlich gelassener kann da schon der Leinburger Stefan Gunkler an die Sache herangehen. Zum elften Mal ist er in Roth am Start, ihm kann keiner mehr etwas vormachen. Der Spaß steht im Vordergrund, die Zeit ist zweitrangig. «Für mich zählt nur das Ankommen«, stellt er klar. Möglichst unter elf Stunden.

Und möglichst nicht so wie vor zwei Jahren. «Ich hatte das Gefühl, überhaupt nichts mehr trinken zu können, und war total dehydriert«, sagt er. Einen Großteil der Laufstrecke absolvierte er deshalb im Spaziertempo.

Wenn der Magen so verrückt spielt, ist das für Gunkler doppelt bitter. Denn der Triathlon soll sich ja auch lohnen: «Durch die viele Bewegung kann ich essen, was ich will. Da lohnt sich die Quälerei.«

Nürnberger Nachrichten, Martin Müller