Henry verliert "sein Auge" - dennoch Rang drei

"Ich verneige mich vor einem der größten Sportler der Gegenwart."

La Ola auf Mallorca im Henry-Takt. Beim berühmten TUI-Marathon auf einer der beliebtesten Inseln der Welt feierten Zehntausende an der Strecke den Botschafter der Christoffel-Blindenmission und eine denkwürdige Hilfestellung.

Begleitläufer muss aufgeben
Beim Lauf über die Hälfte der klassischen Distanz konnte der Begleitläufer von Henry Wanyoike bei Kilometer 19 das Tempo nicht mehr halten: Seitenstiche. Der schnellste blinde Marathonmann der Welt, mehrfacher Sieger bei den Paralympics, hatte "sein Auge" verloren. Doch wie aus dem Nichts tauchte Hannes Schmidt (38; zweifacher Sieger des Nürnberg-Marathons) auf und griff Henrys Hand, führte den Olympiasieger unter dem frenetischen Jubel der Menschen an der Strecke ins Ziel.

Denkwürdiger Tag für den Sport
Dr. Michael Frentzel, Chef des Welt-Konzerns TUI: "Ein denkwürdiger Tag für den Sport, der olympische Gedanke hat bei unserem Lauf gesiegt, denn Herr Schmidt hat so eine bessere Platzierung verschenkt." Henry Wanyoike: "Ich bin nicht traurig, dass ich in Führung liegend durch das Missgeschick nicht gewonnen habe, denn so konnten wir den Menschen demonstrieren, dass es immer Sinn macht, für den anderen einzustehen."

Große Ehre, diesem Menschen zu helfen
Der bayrische Held, der den "Helden aus Afrika" ins Ziel auf Platz drei führte, bescheiden: "Es war ein großer Augenblick für mich. Ich kenne die Geschichte von Henry Wanyoike, der für die Christoffel-Blindenmission und die Gehandicapten aus Afrika durch die Welt läuft, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Es war für mich eine große Ehre, diesem Menschen, der für Millionen andere einsteht, zu helfen."

Einladung zum Nürnberg-Marathon
Jetzt sind Hannes und Henry Freunde. Sicherheits-Experte Schmidt: "Ich habe den Kenianer zu einem Triathlon nach Nürnberg eingeladen. Das wird ein tolles Ereignis für die süddeutsche Region."