VfL-Triteam setzt auf die Langdistanz

Triathleten mit großen Ambitionen

Von Markus Kaiser
Nürnberger Zeitung, 02/2005

Triathlon und Roth die beiden Worte fallen in der Region meist miteinander. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte Roth vor einiger Zeit als das „Wimbledon des Triathlons“ bezeichnet, in der Kreisstadt gibt es beim HDI SC Roth mehrere erfolgreiche Triathleten wie Bernd Eichhorn oder Marcus Schattner, und der Quelle Challenge gilt als der europaweit erfolgreichste Langdistanz-Triathlon. Doch auch Nürnberg hat zwei Vereine mit Triathlon-Abteilungen: den Post SV und mit den erfolgreicheren Langdistanz-Triathleten den VfL Nürnberg.

60 Mitglieder zählt die Abteilung, davon sind rund 30 aktiv, und 15 haben schon einen Ironman hinter sich. „Wir haben bestimmt sechs, sieben Leute, die einen Ironman in unter zehn Stunden schaffen. Zu uns kommen schon ambitionierte Leute“, sagt Harald Reichert, der stellvertretende Abteilungsleiter, und seine Frau Carolin Böhm-Reichert ergänzt: „Das große Ziel unserer Mitglieder ist die Langdistanz.“ Die 30-Jährige hatte es im vergangenen Jahr sogar zum Langdistanz-Höhepunkt nach Hawaii geschafft.

Hannes Schmidt, das Aushängeschild der Abteilung, war bereits sechs Mal auf Hawaii. Seine IronmanBestzeit liegt bei 9:06 Stunden, aufgestellt im Jahr 1997 in Roth. Überraschend hatte der 37-Jährige im vergangenen Jahr den Nürnberg-Marathon gewonnen. „Ich bin beim VfL TRITEAM wegen der guten Kameradschaft geblieben. Deshalb habe ich den Verein nicht gewechselt“, erklärt der Nürnberger:- „Ich bin hier groß geworden und fühle mich hier wohl.“

Richtig groß geworden ist die Abteilung aber beim 1. FC Nürnberg. „Eigentlich ist die Sparte der Leichtathletik-Abteilung beim FCN entsprungen“, erklärt VfL-Abteilungsleiter Robert Kellermann. „Wir haben damals bei den Club-Schwimmern nachgefragt, ob wir dazudürfen. Aber sie wollten die Triathleten nicht.“ Beim VfL fanden die Athleten eine neue Heimat.

Von 1995 bis 1999 hatte der VfL auch eine Mannschaft in der Zweiten Bundesliga. „Weil keiner mehr so recht Lust hatte, haben wir sie dann abgemeldet“, erklärt Kellermann. Die Teilnahme an der Bundesliga konnten die Athleten nicht mit ihren Starts bei den weit attraktiveren Einzelveranstaltungen und vor allem dem Ironman in Roth vereinbaren.

Schwimmen ist die Klammer

Sorgen bereitet dem VfL TRITEAM, dass sich kaum Nachwuchs meldet. „Wir haben keine große Fluktuation“, bestätigt Carolin Böhm-Reichert. Neue stammen meist aus anderen Städten, die zum VfL gehen, weil dort die Trainingsbedingungen im Langwasserbad optimal sind. Drei Abende in der Woche hat die Triathlon-Abteilung Bahnen gemietet, und die Sparte hat mit Thomas Graf einen eigenen Schwimmtrainer. Bis auf eine sonntägliche Laufgruppe und eben das Schwimmtraining organisieren die Athleten ihre Trainingseinheiten meist selbstständig. „Die Klammer ist schon das Schwimmen“, meint Robert Kellermann.

Freuen würden sich die VfL-Triathleten, wenn sie einen Sponsor finden würden. „Wir bräuchten einen, der uns zum Beispiel einheitliche Kleidung zur Verfügung stellt“, sagt Harald Reichert. „Wir wären doch bestimmt interessant für Krankenkassen oder solche Institutionen.“